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Neues von „untergetauchten“ AfD-Sympathisanten, Rechten und Verschwörungstheoretikern

Zuletzt war es ruhig geworden um Jens Loewe nachdem er als Unterstützer der AfD geoutet und seine Nähe zu Strukturen der, mittlerweile aufgelösten, rechten Psycho-Polit-Sekte VPM veröffentlicht wurden [siehe „Schweigespirale“, Lippenbekenntnisse und die Bewegung gegen S21 und Gastbeitrag: Gedanken nach einer Veranstaltung mit Jens Loewe über die Zusammenarbeit mit der AfD]. Auch seine Homepage http://www.jens-loewe.de ist inaktiv.

Der OB-Kandidat und AfD-Unterstützer wird Investor

Nur im Jahr 2014 stand der ehemalige Stuttgarter OB-Kandidat mit dem Kauf des Gemeindehauses in der Schwarenbergstraße in Stuttgart Ost wieder in der Öffentlichkeit [StN online, 23. Dezember 2014]. Im Artikel der StN wird Loewe als Investor bezeichnet, woher das Geld für den Kauf der Immobilie stammt, bleibt allerdings offen. Das Haus wolle er für Kulturveranstaltungen und politische Diskussionen nutzen. Mit „Ich bin immer da, wo gestritten wird“ und „Ich bleibe politisch“ wird er zitiert. Doch die Veranstaltungen im Gemeindehaus werden nicht wie damals, als sich Loewe noch offen in den Kreisen der S21-Gegner bewegte, groß beworben.

„Asylanten als Invasoren“ und „Vernichtung der Christen und weißen Rasse“ – rechter Verschwörungstheoretiker spricht im Gemeindehaus Schwarenberg

Neben Tanzkursen ist das Gemeindehaus Schwarenberg Treffpunkt für den Runden Tisch Stuttgart [www.rt-stuttgart.org/index.php], einem Vernetzungstreffen, das mit öffentlichen politischen Richtungsstatements zurückhaltend ist. Das ist auch gar nicht notwendig, denn ihr aktuellster Referent hat sich umso klarer positioniert: „geplante Umvolkung der BRD“, die „strategisch manipulierte Migration als Kriegswaffe“, „Asylanten als Invasoren“, „geplanten Vernichtung der Christen und weißen Rasse“. So lauten die Themen von Gerhard E. Föll [StZ online, 08. Januar 2016], der am 9. September für den Runden Tisch Stuttgart [www.rt-stuttgart.org/index.php/kommende-veranstaltungen] in Jens Loewes Gemeindehaus über das Überleben in Krisenzeiten sprechen soll und dabei „brisante Hintergrundinformationen mit Daten und Fakten über neue bundesweit vorbereitete Maßnahmen und die militärisch vorgeplante politische Lage nach der Bundestagswahl mitteilen“ wird [Screenshot Veranstaltungshinweis]. Und so schließt sich der Kreis.

Über Jens Loewe

Der ehemalige Stuttgarter OB-Kandidat Jens Loewe war am 06.01.2014 Hauptredner der Stuttgarter AfD bei ihrem „Alternativen Dreikönigstreffen“ (siehe pdf: Einladung_Dreikoenig_2014). Schon in der Vergangenheit war er durch seine Mitarbeit beim Europäischen Arbeitsgemeinschaft Mut zur Ethik aufgefallen, einem Vernetzungstreffen mit Nähe zur mittlerweile aufgelösten rechten Psycho-Polit-Sekte VPM. In seiner Kurzbiographie bezeichnet er sich als Mitarbeiter und Referent der Mut-zur-Ethik-Konferenz. Auch mit dem Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker Christoph Hörstel (Compact-Autor, Gründer der Partei „Neue Mitte“, die er verließ und die Partei „Deutsche Mitte“ gründete) ist Jens Loewe vernetzt. Die beiden kennen sich von der Mut-zur-Ethik-Konferenz (vgl. Äußerung Loewes in der Anmoderation zur Veranstaltung Medienkrise & S21 mit Hörstel, siehe Youtube-Video von Cams21).

Auf die Straße gegen Rechts! Demo gegen die AfD

„Am 23. September 2017, einen Tag vor der Wahl, werden wir auf Stuttgarts Straßen zeigen, dass wir den gesellschaftlichen Rechtsruck nicht unwidersprochen hinnehmen. Spaltung und rechte Hetze sind keine Lösung für soziale Probleme – im Gegenteil. Nur gemeinsam können wir ein solidarisches Miteinander gestalten und so den plumpen Phrasen von Rechts etwas entgegen setzen.“

Weitere Informationen bei Stuttgart gegen Rechts.

Demo: NEIN ZUR AFD! Auf die Straße gegen Rechts!
Samstag, 23.09.2017 um 13:00h, Stauffenbergplatz (am Karlsplatz)

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Farbangriffe auf xenophobe Denkfallen!

In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai ist das Gebäude der Piusbrüder-Gemeinde in Stuttgart-Feuerbach mit Hilfe von Aktivisten etwas bunter geworden.

Farbangriff – Quelle: linksunten.indymedia

Es mag kreativere Möglichkeiten geben, seinen Protest zu zeigen, doch ohne diesen „Farbangriff“ hätte ich gar nicht mitbekommen, dass wieder ein rechtspopulistischer Vortrag bei den Piusbrüdern stattgefunden hat.

Der Referent Manfred Kleine-Hartlage ist übrigens ein Paradebeispiel für Sozialwissenschaftler, die ihr Fachwissen nicht einsetzen, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und zu erklären, sondern um diese Zusammenhänge zu verdrehen.

Wer diese Einschätzung selber überprüfen möchte,  findet hier ein Video von einem seiner rechtspopulistischen Vorträge. Ich habe mal begonnen, die Kausalitätsverdrehungen und Behauptungen mitzuzählen. Bei 13 habe ich dann schon wieder aufgehört, weil ich feststellen musste, dass der Vortrag einfach eine Aneinanderreihung selbiger ist. Im Vergleich dazu ist Samuel Huntingtons Argumentation zum Clash of Civilizations ja beinahe schon hoch intellektuell.

Ich wollte dann aber doch mal zumindest in der Kriminalitätsstatistik nachschauen, ob sich Kleine-Hartlages (und nicht nur seine!) Behauptung, dass die Kriminalitätsrate von Muslimen überdurchschnittlich hoch ist, nicht schnell und einfach widerlegen lässt. Dabei hatte ich ganz vergessen, dass Daten zur Religion dort kaum auftauchen werden.

Dafür ist mir dann etwas viel haarsträubenderes aufgefallen: In der aktuellen Strafverfolgungsstatistik des Statistischen Bundesamts gibt es insgesamt nur zwei Variablenpaare: männlich – weiblich und Deutsche – Ausländer! Abgesehen davon, dass die Berücksichtigung sozio-ökonomischer Faktoren viel aussagekräftiger wäre, kann man mit so einer oberflächlichen Aufteilung leicht in eine xenophobe Denkfalle geraten.  Wobei sich hier der Kreis schließt und wir wieder beim Rechtspopulismus angekommen wären.


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