Schlagwort-Archive: Pedram Shahyar

Niemand soll behaupten können, sie/er hätte davon nichts gewusst! Oder: Ein Auftritt bei KenFm passiert nicht versehentlich.

Nachdem Winfried Wolf auf der 400. Montagsdemo gegen S21 eine Rede gehalten hat, obwohl sein Auftritt bei KenFm noch nicht abschließen geklärt ist, soll das hier nicht unkommentiert hingenommen werden.

Im Parkschützer-Forum ist Wolfs bisher letztes Statement dazu (bei 21.12.2017 um 07:17) nachzulesen. Was er als Rechtfertigung schreibt, klingt erstmal bestenfalls sehr naiv, am Ende werden dann die Antisemitismus-Keule und Ausgrenzung (Hallo?! Es geht hier um Ausgrenzung von Rechten!) bemängelt. Eine Distanzierung von rechter Ideologie und Antisemitismus sieht anders aus. Lieber Winfried Wolf, es macht eben doch einen Unterschied, woher die „100.000 Klicks“ kommen. Besonders, wenn es sich dabei um Rechte oder Antisemiten handelt. Oder eben um Menschen, die sich von diesen nicht entschieden distanzieren können/wollen. Diese Hintergründe (also der tatsächliche Unterschied zwischen links und rechts!) kann man nicht einfach als unbedeutend ausblenden und behaupten, es ginge doch nur um die Sache, um den Protest gegen S21, in diesem Fall. Mir geht es hier nicht um reflexhaftes Moralisieren oder um Vorverurteilungen. Deshalb folgt eine kleine Linksammlung zu Pedram Shahyar und Ken Jebsen mit Belegen zu ihrer Nähe zu rechten Zusammenschlüssen und Antisemitismus:

Pedram Shahyar

Ehemals attac ist selbst durch seine Nähe zur Querfront und seinem Engagement bei Veranstaltungen der rechtsoffenen „Montagsmahnwachen“ aufgefallen.

Aktiv schon 2014 bei den „Montagsmahnwachen“, wo Verschwörungstheorien und Antisemitismus propagiert werden, bei der auch Mitglieder der Linkspartei auftreten

https://rechtsaussen.berlin/2015/06/nicht-zu-unterschaetzen-montagsmahnwachen-fuer-den-frieden/

Hier wird diskutiert, wie Pedram Shahyar bestreitet, dass es eine Querfrontstrategie gibt: https://genfmblog.wordpress.com/2015/07/15/pedram-shahyar-und-die-querfront/

VVN-BdA über die Montagsmahnwachen (zitiert nach https://genfmblog.wordpress.com): »Querfront-Strategie zeichnet sich in der Praxis aus durch Konzentration auf ein Ziel, das angeblich „ideologiefrei“ durch breite Mobilisierung „nicht links, nicht rechts, sondern vorwärts“ (J. Elsässer) verfolgt wird. Dem entspricht z. B. der Verhaltenscode, dass keine Erkennungszeichen von Organisationen bei „Montagsmahnwachen“ gezeigt werden dürfen. Inhaltlich wird dies durch die platte Art von „Kapitalismus“- und „Imperialismus“-Kritik deutlich, die immer dort auftaucht, wo Rechte versuchen, linke Themen zu besetzen. Statt Analyse komplexer Zusammenhänge geht es da um simple antiamerikanische Ressentiments und undifferenzierte Pro-Russland-Haltung, die Ablehnung des „Zinssystems“, das angeblich den Kern des Kapitalismus ausmacht und – seit Beginn des jüngsten Gaza-Krieges – um einseitige Israel-Schelte. Dazu kommen eine allgemeine „Eliten“-Kritik mit Schwerpunkt auf Banken, Politiker und Medien, die – direkt oder indirekt – als Teile einer Verschwörung dargestellt werden«.

Ideologische Überschneidungen der Montagsmahnwachen, Pegida und AfD und ihr gemeinsames Feindbild von USA, Isral, NATO u.a.:

https://rechtsaussen.berlin/2015/06/nicht-zu-unterschaetzen-montagsmahnwachen-fuer-den-frieden/

Später, ab 2016, engagiert sich Pedram Shahyar bei der Stopp-Ramstein-Kampagne, die ebenso rechtsoffen ist:

https://de.indymedia.org/node/9467

Ken Jebsen

[UPDATE 19.2.2018

Hier war ein Video über den sogenannten Zionismus verlinkt, das bis vor kurzem auf dem Videokanal von KenFm zu finden war, nun wurde es dort entfernt. Das Video und auch Artikel darüber sind allerdings noch im Internet zu finden.]

Und hier ein Artikel zum sekundären Antisemitismus erklärt am Beispiel Ken Jebsen auf Friedensdemowatch: https://www.facebook.com/friedensdemowatch/posts/761966503857608:0

Analyse&kritik: Warum ist Ken Jebsens Populismus auch bei Linken beliebt?

https://www.akweb.de/ak_s/ak610/48.htm

Ken Jebsen – ausführliche Jebsen-Zitate-Sammlung und deren Analyse (auch über das verschwundene YouTube-Video):

https://www.jungewelt.de/artikel/323566.kens-welt.html

[UPDATE 6.3.18: Mittlerweile hat W. Wolf einen Text auf bei-abriss-aufstand.de veröffentlichen lassen, anbei meine Erwiderung aus den Kommentaren unter diesem Artikel:]

Jetzt komme ich zu den sehr langen Rechtfertigungen von W. Wolf, die Matthias von Herrmann auch noch komplett auf http://www.beiabrissaufstand.de eingestellt hatte:

1. wundert es mich sehr, dass W. Wolf anscheinend nicht in der Lage ist, diese Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu führen, sondern gleich mit persönlichen Unterstellungen antwortet, die zudem noch erfunden sind. Z.B. schreibt Wolf: „Ach ja, das machst Du nicht, weil die bürgerliche Justiz auch böse-böse ist? Das leuchtet mit [sic!] nicht ein.“ Ich frage mich, woher er meine Einstellung zur Justiz zu kennen glaubt. Von Schwarz-Weiß-Denken bzw. Gut-Böse-Denken halte ich übrigens nicht viel.

2. gibt W. Wolf mir den Ratschlag, Ken Jebsen persönlich zu schreiben und fordert mich auf, diesem meine Adresse mitzuteilen. Anschließend droht er mir damit, dass Ken Jebsen mich verklagen würde. W. Wolf schreibt: „Aber vielleicht hilft Dir das Folgende: Schreib doch einfach an Ken Jebsen direkt, dass er Antisemit sei. Und nenne dazu offen Deinen Namen und Deine Adresse. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du dann einen Verleumdungsprozess am Hals hast, der sich gewaschen hat[…]“ Es ist schon seltsam, dass Wolf meint, mir würde es helfen, wenn Ken Jebsen mich anzeigt oder meine Adresse kennt. Das klingt für mich jedenfalls nicht nach solidarischer Bürgerbewegung, sondern liest sich eher wie eine Drohung.

3. hat er seine Antwort nicht nur an mich, sondern zusätzlich direkt an meinen vermeintlichen Arbeitgeber geschickt – kein guter Stil. Ich frage mich, was er damit bezwecken will.

4. schreibt Wolf in seiner Rechtfertigung lange über die Biographie von Rolf Verleger und dass dieser auch schon von Ken Jebsen interviewt wurde. Dann gibt er mir dann den Tipp: „Vielleicht solltest Du Dich an ihn – an Rolf Verleger – wenden. Und ihn des Antisemitismus, der Querfrontlerei bezichtigen.“ Mir ist nicht klar, was das mit meiner Kritik an Wolfs KenFM-Interview zu tun. Hier übrigens ein etwas älterer Artikel über Rolf Verleger: Kritischer Jude vom Dienst – Die mediale Karriere des Professors Rolf Verleger

5. mit dem Vorwurf der berühmt-berüchtigten „Antisemitismus-Keule“ befindet er sich schon in spezieller Gesellschaft. Sobald man antisemitische Äußerungen kritisiert, wird einem eben diese Keule vorgeworfen. Doch was bedeutet dieser Vorwurf eigentlich? Dazu schreiben Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz in Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert. Berlin, New York: de Gruyter, 2013. [gefunden im GenFM-Blog]:

Vgl. etwa Schlagzeilen wie „Darf man Israel kritisieren?“ oder „Wie viel Kritik an Israel ist Deutschen erlaubt?“ sowie diverse ähnliche Varianten, die in Printmedien, Rundfunk- Fernsehsendungen regelmäßig benutzt werden. Solche Sprachstrukturen unterstellen aufgrund ihrer semantischen Information, es gebe ein Meinungsdiktat und eine Tabuisierung. Dadurch wird de facto etwas nicht Existierendes sprachlich geradezu heraufbeschworen. Ähnlich verhält es sich mit der Metapher „Antisemitismuskeule“, die impliziert, Israel-Kritikern würde stets der Antisemitismusvorwurf gemacht, obgleich der Vorwurf immer nur dann erhoben wird, wenn tatsächlich eine antisemitische Äußerung produziert wurde. Fragen und Behauptungen dieser Art werden keineswegs aus naiver Dummheit oder Unkenntnis geäußert, vielmehr dienen sie den Medien als populistische Aufmerksamkeitsverstärker. Antisemiten inszenieren ihre Kritik an Israel dagegen kalkuliert als Tabubruch, um sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus immun zu machen. Die Kritik dient so der Ablenkung von ihrer judenfeindlichen Einstellung und zugleich der Delegitimierung ihrer Kritiker.

6. last, not least – sorry not sorry: Was nach all dem überhaupt noch an Argumentation übrigbleibt, kann mich nicht annähernd davon überzeugen, warum es OK sein sollte, mit Menschen gemeinsame Sache zu machen, die immer wieder in der Nähe von rechtem, antisemitischen Gedankengut zu verorten sind.

Dass W. Wolf Unwahrheiten über mich verbreitet, meinen Arbeitgeber kontaktiert, mir mit einer Klage von Ken Jebsen droht und mich auch noch dazu auffordert diesem meine Adresse offen mitzuteilen, nur um seinen eigenen KenFM-Auftritt zu verteidigen, das ist nicht korrekt.

Hier geht es nämlich nicht um eine persönliche Auseinandersetzung, sondern darum, antisemitische und rechte Tendenzen und die Nähe hierzu zu kritisieren und sich davon klar abzugrenzen. Hier wünsche ich mir eine differenziertere Auseinandersetzung, besonders auch in der Bewegung gegen S21.

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: