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„Ihr könnt uns nicht so einfach wegschlichten + wegbürgerbeteiligen!“ – meine Rede bei der Mahnwache im Schlossgarten am 14.02.13

Vor etwa einer Stunde bin ich von einem Solidaritätsbesuch bei den WaldbesetzerInnen vom Hambacher Forst zurück gekommen. Und so ein Treffen mit anderen Widerstandsgruppen gibt einem auch gleichzeitig eine neue Perspektive zum eigenen Widerstand. Gestern war das „Drei-Monatige“ der Räumung im Hambacher Forst. Bei uns hier ist die Räumung jetzt ein Jahr her – wohlgemerkt die zweite Parkräumung.

20130214-DSC_7541Dort, beim Hambacher Forst, ging es nach vier Tagen Pause gleich weiter mit dem nächsten Camp. Und jetzt am Wochenende ist das erste Vernetzungstreffen mit den Bürger-Inis vor Ort. Erwartet werden 50 Menschen, was dort schon ein Erfolg wäre. 60 Menschen auf einer Demo gegen den Hambacher Tagebau sind schon viele, oft kommen nur 20, wurde mir dort berichtet. Obwohl es die Besetzung beim Hambacher Forst schon seit knapp einem Jahr gibt, ist die Widerstandsbewegung dort erst in ihren Anfängen.

Die Bewegung gegen S21 hat schon sehr früh ihre Leichtigkeit verloren, fort gespült mit Wasserwerfern, weggeknüppelt und dann weggeschlichtet. Aber wir sind trotzdem noch hier.

Der erste grüne Ministerpräsident hat unserem Widerstand scheinbar statt Wasserwerfern nur so etwas wie Hausdurchsuchungen nach dem 20.06.11 beschert – und Lippenbekenntnisse.

Letztes Jahr, nicht mal eine Woche vor der Parkräumung und der anschließenden Rodung hat MP Kretschammn zehn Parkschützer und zehn AnStifter zu einem exklusiven Gespräch geladen. Ich war auch dabei. Ein paar von uns hatten sich Hoffnungen gemacht, noch etwas stoppen zu können. Doch MP Kretschmann interessierte sich nicht für ihre Argumente. Seine Botschaft an uns war: Wenn wir weiterhin die Volksabstimmung nicht akzeptieren, würden wir uns in eine Richtung bewegen, die ihm große Sorgen bereite. Wir wären dann nämlich nicht mehr demokratisch.

Und was macht MP Kretschmann jetzt? Er sagt, er möchte keine Ausstiegsdebatte eröffnen. Dabei sind wir doch da schon mitten drin.

Dadurch, liebe aufmüpfige WiderständlerInnen, dass wir immer noch hier sind, dass wir uns weder durch Wasserwerfer und Hausdurchsuchungen noch durch Aufenthaltsverbote und andere Repressalien einschüchtern lassen, dadurch kann Stuttgart 21, ja können allgemein unnütze Großprojekte nicht mehr einfach so durchgezogen werden.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir weiterhin Präsenz zeigen und unsere Aktionen durchziehen. Denn so zeigen wir: Ihr könnt uns nicht einfach wegschlichten oder wegbürgerbeteiligen. Unser Widerstand geht weiter bis S21 gestoppt ist. Und egal was dann behauptet wird: Das Aus von Stuttgart 21 wird kein Verdienst von irgendwelchen Politikern sein. Oben bleiben!

P.S.: Danke an die Versorger + die Blockadegruppe und Ben für die Moderation! Und hier die Rede von Zwuckelmann.


Mappus weg. Ja und?

Jetzt ist es schon über ein Jahr her als ich mit mehreren zehntausend Menschen auf dem Schlossplatz stand und die in Erfüllung gegangenen „Mappus weg!“-Rufe feierte. Winfried Kretschmann…der erste grüne Ministerpräsident war „gekrönt“. Ich glaub von da oben sieht alles ziemlich winzig aus. S21 ist wohl kleiner als er vorher gedacht hat. Als dann die Verhinderung davon nicht mehr ganz so wichtig und dringend war, hieß es plötzlich „Kretschmann weg!“ und „Nie wieder grün!“.

Parkleitsystem für die Jubilare beim Haus der Architekten

Heute feiert Grün-Rot ein Jahr Koalitionsvertrag und ich bin sehr verwirrt und sauer. Ich habe vor über einem Jahr voller Überzeugung Grün angekreuzt. Aber was ich dafür bekommen habe, kann doch wirklich nicht alles gewesen sein: S21 nicht verhindert. Was haben die denn sonst so das ganze Jahr gemacht als S21 nicht zu verhindern? Ach ja…die Studiengebühren wurden abgeschafft! Das habe ich noch mitgekriegt. Was anderes fällt mir da gerade nicht ein. Aber vielleicht gibts da ja noch mehr, was gar nicht so übel ist. Mich würde es freuen…Es wäre ein weiterer Erflog der K21-Bewegung, neben der Abwahl von Schwarz-Gelb. Und ich hätte vor einem Jahr auf dem Schlossplatz nicht ganz so umsonst gejubelt.


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