Niemand soll behaupten können, sie/er hätte davon nichts gewusst! Oder: Ein Auftritt bei KenFm passiert nicht versehentlich.

Nachdem Winfried Wolf auf der 400. Montagsdemo gegen S21 eine Rede gehalten hat, obwohl sein Auftritt bei KenFm noch nicht abschließen geklärt ist, soll das hier nicht unkommentiert hingenommen werden.

Im Parkschützer-Forum ist Wolfs bisher letztes Statement dazu (bei 21.12.2017 um 07:17) nachzulesen. Was er als Rechtfertigung schreibt, klingt erstmal bestenfalls sehr naiv, am Ende werden dann die Antisemitismus-Keule und Ausgrenzung (Hallo?! Es geht hier um Ausgrenzung von Rechten!) bemängelt. Eine Distanzierung von rechter Ideologie und Antisemitismus sieht anders aus. Lieber Winfried Wolf, es macht eben doch einen Unterschied, woher die „100.000 Klicks“ kommen. Besonders, wenn es sich dabei um Rechte oder Antisemiten handelt. Oder eben um Menschen, die sich von diesen nicht entschieden distanzieren können/wollen. Diese Hintergründe (also der tatsächliche Unterschied zwischen links und rechts!) kann man nicht einfach als unbedeutend ausblenden und behaupten, es ginge doch nur um die Sache, um den Protest gegen S21, in diesem Fall. Mir geht es hier nicht um reflexhaftes Moralisieren oder um Vorverurteilungen. Deshalb folgt eine kleine Linksammlung zu Pedram Shahyar und Ken Jebsen mit Belegen zu ihrer Nähe zu rechten Zusammenschlüssen und Antisemitismus:

Pedram Shahyar

Ehemals attac ist selbst durch seine Nähe zur Querfront und seinem Engagement bei Veranstaltungen der rechtsoffenen „Montagsmahnwachen“ aufgefallen.

Aktiv schon 2014 bei den „Montagsmahnwachen“, wo Verschwörungstheorien und Antisemitismus propagiert werden, bei der auch Mitglieder der Linkspartei auftreten

https://rechtsaussen.berlin/2015/06/nicht-zu-unterschaetzen-montagsmahnwachen-fuer-den-frieden/

Hier wird diskutiert, wie Pedram Shahyar bestreitet, dass es eine Querfrontstrategie gibt: https://genfmblog.wordpress.com/2015/07/15/pedram-shahyar-und-die-querfront/

VVN-BdA über die Montagsmahnwachen (zitiert nach https://genfmblog.wordpress.com): »Querfront-Strategie zeichnet sich in der Praxis aus durch Konzentration auf ein Ziel, das angeblich „ideologiefrei“ durch breite Mobilisierung „nicht links, nicht rechts, sondern vorwärts“ (J. Elsässer) verfolgt wird. Dem entspricht z. B. der Verhaltenscode, dass keine Erkennungszeichen von Organisationen bei „Montagsmahnwachen“ gezeigt werden dürfen. Inhaltlich wird dies durch die platte Art von „Kapitalismus“- und „Imperialismus“-Kritik deutlich, die immer dort auftaucht, wo Rechte versuchen, linke Themen zu besetzen. Statt Analyse komplexer Zusammenhänge geht es da um simple antiamerikanische Ressentiments und undifferenzierte Pro-Russland-Haltung, die Ablehnung des „Zinssystems“, das angeblich den Kern des Kapitalismus ausmacht und – seit Beginn des jüngsten Gaza-Krieges – um einseitige Israel-Schelte. Dazu kommen eine allgemeine „Eliten“-Kritik mit Schwerpunkt auf Banken, Politiker und Medien, die – direkt oder indirekt – als Teile einer Verschwörung dargestellt werden«.

Ideologische Überschneidungen der Montagsmahnwachen, Pegida und AfD und ihr gemeinsames Feindbild von USA, Isral, NATO u.a.:

https://rechtsaussen.berlin/2015/06/nicht-zu-unterschaetzen-montagsmahnwachen-fuer-den-frieden/

Später, ab 2016, engagiert sich Pedram Shahyar bei der Stopp-Ramstein-Kampagne, die ebenso rechtsoffen ist:

https://de.indymedia.org/node/9467

Ken Jebsen

[UPDATE 19.2.2018

Hier war ein Video über den sogenannten Zionismus verlinkt, das bis vor kurzem auf dem Videokanal von KenFm zu finden war, nun wurde es dort entfernt. Das Video und auch Artikel darüber sind allerdings noch im Internet zu finden.]

Und hier ein Artikel zum sekundären Antisemitismus erklärt am Beispiel Ken Jebsen auf Friedensdemowatch: https://www.facebook.com/friedensdemowatch/posts/761966503857608:0

Analyse&kritik: Warum ist Ken Jebsens Populismus auch bei Linken beliebt?

https://www.akweb.de/ak_s/ak610/48.htm

Ken Jebsen – ausführliche Jebsen-Zitate-Sammlung und deren Analyse (auch über das verschwundene YouTube-Video):

https://www.jungewelt.de/artikel/323566.kens-welt.html

[UPDATE 6.3.18: Mittlerweile hat W. Wolf einen Text auf bei-abriss-aufstand.de veröffentlichen lassen, anbei meine Erwiderung aus den Kommentaren unter diesem Artikel:]

Jetzt komme ich zu den sehr langen Rechtfertigungen von W. Wolf, die Matthias von Herrmann auch noch komplett auf http://www.beiabrissaufstand.de eingestellt hatte:

1. wundert es mich sehr, dass W. Wolf anscheinend nicht in der Lage ist, diese Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu führen, sondern gleich mit persönlichen Unterstellungen antwortet, die zudem noch erfunden sind. Z.B. schreibt Wolf: „Ach ja, das machst Du nicht, weil die bürgerliche Justiz auch böse-böse ist? Das leuchtet mit [sic!] nicht ein.“ Ich frage mich, woher er meine Einstellung zur Justiz zu kennen glaubt. Von Schwarz-Weiß-Denken bzw. Gut-Böse-Denken halte ich übrigens nicht viel.

2. gibt W. Wolf mir den Ratschlag, Ken Jebsen persönlich zu schreiben und fordert mich auf, diesem meine Adresse mitzuteilen. Anschließend droht er mir damit, dass Ken Jebsen mich verklagen würde. W. Wolf schreibt: „Aber vielleicht hilft Dir das Folgende: Schreib doch einfach an Ken Jebsen direkt, dass er Antisemit sei. Und nenne dazu offen Deinen Namen und Deine Adresse. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du dann einen Verleumdungsprozess am Hals hast, der sich gewaschen hat[…]“ Es ist schon seltsam, dass Wolf meint, mir würde es helfen, wenn Ken Jebsen mich anzeigt oder meine Adresse kennt. Das klingt für mich jedenfalls nicht nach solidarischer Bürgerbewegung, sondern liest sich eher wie eine Drohung.

3. hat er seine Antwort nicht nur an mich, sondern zusätzlich direkt an meinen vermeintlichen Arbeitgeber geschickt – kein guter Stil. Ich frage mich, was er damit bezwecken will.

4. schreibt Wolf in seiner Rechtfertigung lange über die Biographie von Rolf Verleger und dass dieser auch schon von Ken Jebsen interviewt wurde. Dann gibt er mir dann den Tipp: „Vielleicht solltest Du Dich an ihn – an Rolf Verleger – wenden. Und ihn des Antisemitismus, der Querfrontlerei bezichtigen.“ Mir ist nicht klar, was das mit meiner Kritik an Wolfs KenFM-Interview zu tun. Hier übrigens ein etwas älterer Artikel über Rolf Verleger: Kritischer Jude vom Dienst – Die mediale Karriere des Professors Rolf Verleger

5. mit dem Vorwurf der berühmt-berüchtigten „Antisemitismus-Keule“ befindet er sich schon in spezieller Gesellschaft. Sobald man antisemitische Äußerungen kritisiert, wird einem eben diese Keule vorgeworfen. Doch was bedeutet dieser Vorwurf eigentlich? Dazu schreiben Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz in Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert. Berlin, New York: de Gruyter, 2013. [gefunden im GenFM-Blog]:

Vgl. etwa Schlagzeilen wie „Darf man Israel kritisieren?“ oder „Wie viel Kritik an Israel ist Deutschen erlaubt?“ sowie diverse ähnliche Varianten, die in Printmedien, Rundfunk- Fernsehsendungen regelmäßig benutzt werden. Solche Sprachstrukturen unterstellen aufgrund ihrer semantischen Information, es gebe ein Meinungsdiktat und eine Tabuisierung. Dadurch wird de facto etwas nicht Existierendes sprachlich geradezu heraufbeschworen. Ähnlich verhält es sich mit der Metapher „Antisemitismuskeule“, die impliziert, Israel-Kritikern würde stets der Antisemitismusvorwurf gemacht, obgleich der Vorwurf immer nur dann erhoben wird, wenn tatsächlich eine antisemitische Äußerung produziert wurde. Fragen und Behauptungen dieser Art werden keineswegs aus naiver Dummheit oder Unkenntnis geäußert, vielmehr dienen sie den Medien als populistische Aufmerksamkeitsverstärker. Antisemiten inszenieren ihre Kritik an Israel dagegen kalkuliert als Tabubruch, um sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus immun zu machen. Die Kritik dient so der Ablenkung von ihrer judenfeindlichen Einstellung und zugleich der Delegitimierung ihrer Kritiker.

6. last, not least – sorry not sorry: Was nach all dem überhaupt noch an Argumentation übrigbleibt, kann mich nicht annähernd davon überzeugen, warum es OK sein sollte, mit Menschen gemeinsame Sache zu machen, die immer wieder in der Nähe von rechtem, antisemitischen Gedankengut zu verorten sind.

Dass W. Wolf Unwahrheiten über mich verbreitet, meinen Arbeitgeber kontaktiert, mir mit einer Klage von Ken Jebsen droht und mich auch noch dazu auffordert diesem meine Adresse offen mitzuteilen, nur um seinen eigenen KenFM-Auftritt zu verteidigen, das ist nicht korrekt.

Hier geht es nämlich nicht um eine persönliche Auseinandersetzung, sondern darum, antisemitische und rechte Tendenzen und die Nähe hierzu zu kritisieren und sich davon klar abzugrenzen. Hier wünsche ich mir eine differenziertere Auseinandersetzung, besonders auch in der Bewegung gegen S21.

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12 responses to “Niemand soll behaupten können, sie/er hätte davon nichts gewusst! Oder: Ein Auftritt bei KenFm passiert nicht versehentlich.

  • Michael Greiner

    Hallo Julia,

    ich bin der Michael, der Dich gestern angesprochen hat.
    Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast.
    Ich kann in keinster Weise nachvollziehen, was gegen Ken Jebsen vorgebracht wird. Wenn er in scharfen Worten kritisiert, dass der Holocaust an den Juden von mächtigen Israelis missbraucht wird, um die Verletzung der Rechte der Palästinenser zu rechtfertigen, dann kann ich diese Aussage nur unterstützen.

    Hier findet sich, was Winfried Wolf auf Deinen Blog-Eintrag geantwortet hat:
    https://www.bei-abriss-aufstand.de/2017/12/21/video-der-rote-tisch-dr-winfried-wolf-zu-s21/#comment-51154

    Im Gespräch heute sagtest Du mir, dass an einer Stelle im verlinkten Youtube-Video (eigentlich ja ein Vortrag ohne Bild), Ken Jebsen sich auf die Juden an sich beziehe, wo eigentlich die israelische Regierung zu kritisieren wäre. Selbst wenn das so ist (Du willst mir die Stelle raussuchen, hast aber erst in einigen Tagen Zeit dafür), passt das nicht in den Gesamt-Sinn des Vortrags, in dem es darum geht, wie der schlimme Holocaust an den Juden missbraucht wird, missbraucht wird als Rechtfertigungsinstrument.

    Ken Jebsen Antisemitismus vorzuwerfen finde ich absurd.
    Mag sein, dass an den Stunden um Stunden Material von Ken Jebsen mal ein Satz aus dem Zusammenhang gerissen antisemitisch verstanden werden kann.
    Das ist wie wenn ich sagen würde, der Neckar fließt von Stuttgart nach Untertürkheim, weil ich am Ufer vielleicht mal einen kleinen Strudel beobachten kann, der sich im Kreis dreht, und sich dort Wasser in die andere Richtung bewegt. Wasser lebt, und das macht die Strömung erst aus. Ich bewundere an Ken Jebsen, dass er nicht die Klappe hält, und ich konnte bisher im KenFM-Projekt nur hochwertige Inhalte erleben.

    Mich beschäftigt das Thema deshalb, weil ich schon damals diese Diskussion um den Vortrag von Daniele Ganser an der Uni Witten//Herdecke so völlig daneben fand. Linke gegen Friedensaktivisten. Gute Friedensaktivisten, die nicht dumpfbackig Panzer-verbrennen-spielen, wie ich das auf einer Demo einmal gesehen habe, sondern die mit Argumenten und Geschichtswissen Aufklärung leisten und sich für Wachheit und Menschlichkeit einsetzen, werden von angeblichen Linken angegriffen. Das finde ich nicht gut.

    Beste Grüße und alles Gute für die Doktorarbeit

    • Julia

      Hallo Michael,

      danke für deine Kommentare und dass du das direkte Gespräch gesucht hast.

      Ich hatte mit dir ausgemacht, dass ich dir die genaue Stelle im KenFM-Video nenne, wo der Sprecher sich wohl verplappert und es dann doch plötzlich „Juden“ heißt. Nun habe ich festgestellt, dass ich das Video in meinem Blogbeitrag genau an dieser Stelle bereits schon verlinkt hatte. Wahrscheinlich hast du das auch übersehen.
      Auf der Website von der Tagesschau habe ich zu diesem Thema noch einen informativen Artikel gefunden. https://faktenfinder.tagesschau.de/hintergrund/antisemitismus-129.html. Es geht dort um die Definition von Antisemitismus.

      Jetzt komme ich zu den sehr langen Rechtfertigungen von W. Wolf, die Matthias von Herrmann auch noch komplett auf http://www.beiabrissaufstand.de eingestellt hatte:

      1. wundert es mich sehr, dass W. Wolf anscheinend nicht in der Lage ist, diese Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu führen, sondern gleich mit persönlichen Unterstellungen antwortet, die zudem noch erfunden sind. Z.B. schreibt Wolf: „Ach ja, das machst Du nicht, weil die bürgerliche Justiz auch böse-böse ist? Das leuchtet mit [sic!] nicht ein.“ Ich frage mich, woher er meine Einstellung zur Justiz zu kennen glaubt. Von Schwarz-Weiß-Denken bzw. Gut-Böse-Denken halte ich übrigens nicht viel.

      2. gibt W. Wolf mir den Ratschlag, Ken Jebsen persönlich zu schreiben und fordert mich auf, diesem meine Adresse mitzuteilen. Anschließend droht er mir damit, dass Ken Jebsen mich verklagen würde. W. Wolf schreibt: „Aber vielleicht hilft Dir das Folgende: Schreib doch einfach an Ken Jebsen direkt, dass er Antisemit sei. Und nenne dazu offen Deinen Namen und Deine Adresse. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du dann einen Verleumdungsprozess am Hals hast, der sich gewaschen hat[…]“ Es ist schon seltsam, dass Wolf meint, mir würde es helfen, wenn Ken Jebsen mich anzeigt oder meine Adresse kennt. Das klingt für mich jedenfalls nicht nach solidarischer Bürgerbewegung, sondern liest sich eher wie eine Drohung.

      3. hat er seine Antwort nicht nur an mich, sondern zusätzlich direkt an meinen vermeintlichen Arbeitgeber geschickt – kein guter Stil. Ich frage mich, was er damit bezwecken will.

      4. schreibt Wolf in seiner Rechtfertigung lange über die Biographie von Rolf Verleger und dass dieser auch schon von Ken Jebsen interviewt wurde. Dann gibt er mir dann den Tipp: „Vielleicht solltest Du Dich an ihn – an Rolf Verleger – wenden. Und ihn des Antisemitismus, der Querfrontlerei bezichtigen.“ Mir ist nicht klar, was das mit meiner Kritik an Wolfs KenFM-Interview zu tun. Hier übrigens ein etwas älterer Artikel über Rolf Verleger: Kritischer Jude vom Dienst – Die mediale Karriere des Professors Rolf Verleger

      5. mit dem Vorwurf der berühmt-berüchtigten „Antisemitismus-Keule“ befindet er sich schon in spezieller Gesellschaft. Sobald man antisemitische Äußerungen kritisiert, wird einem eben diese Keule vorgeworfen. Doch was bedeutet dieser Vorwurf eigentlich? Dazu schreiben Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz in Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert. Berlin, New York: de Gruyter, 2013. [gefunden im GenFM-Blog]:

      Vgl. etwa Schlagzeilen wie „Darf man Israel kritisieren?“ oder „Wie viel Kritik an Israel ist Deutschen erlaubt?“ sowie diverse ähnliche Varianten, die in Printmedien, Rundfunk- Fernsehsendungen regelmäßig benutzt werden. Solche Sprachstrukturen unterstellen aufgrund ihrer semantischen Information, es gebe ein Meinungsdiktat und eine Tabuisierung. Dadurch wird de facto etwas nicht Existierendes sprachlich geradezu heraufbeschworen. Ähnlich verhält es sich mit der Metapher „Antisemitismuskeule“, die impliziert, Israel-Kritikern würde stets der Antisemitismusvorwurf gemacht, obgleich der Vorwurf immer nur dann erhoben wird, wenn tatsächlich eine antisemitische Äußerung produziert wurde. Fragen und Behauptungen dieser Art werden keineswegs aus naiver Dummheit oder Unkenntnis geäußert, vielmehr dienen sie den Medien als populistische Aufmerksamkeitsverstärker. Antisemiten inszenieren ihre Kritik an Israel dagegen kalkuliert als Tabubruch, um sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus immun zu machen. Die Kritik dient so der Ablenkung von ihrer judenfeindlichen Einstellung und zugleich der Delegitimierung ihrer Kritiker.

      6. last, not least – sorry not sorry: Was nach all dem überhaupt noch an Argumentation übrigbleibt, kann mich nicht annähernd davon überzeugen, warum es OK sein sollte, mit Menschen gemeinsame Sache zu machen, die immer wieder in der Nähe von rechtem, antisemitischen Gedankengut zu verorten sind.

      Dass W. Wolf Unwahrheiten über mich verbreitet, meinen Arbeitgeber kontaktiert, mir mit einer Klage von Ken Jebsen droht und mich auch noch dazu auffordert diesem meine Adresse offen mitzuteilen, nur um seinen eigenen KenFM-Auftritt zu verteidigen, das ist nicht korrekt.

      Hier geht es nämlich nicht um eine persönliche Auseinandersetzung, sondern darum, antisemitische und rechte Tendenzen und die Nähe hierzu zu kritisieren und sich davon klar abzugrenzen. Hier wünsche ich mir eine differenziertere Auseinandersetzung, besonders auch in der Bewegung gegen S21. Unser Gespräch, Michael, sehe ich als einen Schritt in diese Richtung.

      Viele Grüße
      Julia

      • Michael Greiner

        > Nun habe ich festgestellt, dass ich das Video in meinem
        > Blogbeitrag genau an dieser Stelle bereits schon verlinkt
        > hatte.
        Ich finde die Stelle nicht. Kannst Du Sie mit Minute:Sekunde benennen, und vielleicht auch, was dort genau gesagt wird?

      • Julia

        [Edit: Das Video wurde mittlerweile von KenFm entfernt. Ist aber noch im Internet zu finden.] Klicke einfach im Artikel auf den Link zum „Zionismus“-YouTube-Video, das Video startet dann automatisch an der besagten Stelle.

      • Michael Greiner

        Vermutlich hattest Du das Video an einer bestimmten Stelle in Deinem Browser offen, und deshalb springt es bei Dir dorthin.

      • Julia

        Stimmt, daran lag es wohl. Besagte Stelle ist bei ca. 26:30. Das Video wurde jetzt überraschend vom KenFm-Youtube-Kanal entfernt und der Link geht nun zu einem Kanal mit dem Titel „Chemiker“. So ein Zufall. Werde das gleich auch im Text vermerken.

      • Julia

        Das Video wurde mittlerweile von KenFm entfernt. Unter folgendem Link findest du neben vielen Infos zu Ken Jebsen eine kurze Analyse des Videos: https://www.jungewelt.de/artikel/323566.kens-welt.html

      • Michael Greiner

        Bei mir tut der Link noch: https://www.youtube.com/watch?v=FpCS6KwZ63E
        Das war auch vorher schon von einem User namens chemiker.
        Bei 26:17 heißt es:
        >>Der Holocaust hat die Opfer von damals nicht davor bewahren können, zu Tätern von heute zu werden. Und die Courage, die die Juden zurecht, obgleich vergeblich, von den Deutschen von damals forderten, haben sie heute selber nicht, wenn es gilt, den Zionistischen Hetzern von heute die Stirn zu bieten. Juden sind auch nur Menschen. Sie kommen nicht als Islamhasser zur Welt, aber ihr Umfeld macht sie recht schnell dazu und impft sie mit dem Vorurteil, die ganze Welt sei gegen sie. Verfolgungswahn, wie der Film „Defamation“ von Yoav Shamir hervorragend zeigt. Ein preisgekrönter Film. Ein entlarvender Film. Ein authentischer Film, ein nachdenklicher Film, ein jüdischer Film. Kein Volk hat mehr Erfahrung im Foltern von arabischen Semiten, als jüdische Semiten, und diese Erfahrung kommt auch in Abu Ghreib und Guantanamo, also nicht nur in israelischen Gefängnissen zum Einsatz. Wenn der US-Enthüllungsjournalist Hersh über diese Folter schreibt, sie aufdeckt, ist das hoch anzurechnen. Wundern muss man sich allerdings darüber, dass er das von Zionisten stammende Folter-Know-How mit keinem Wort erwähnt. Vielleicht weil er selbst mit jüdischen Roots ausgestattet die Macht der Israel-Lobby in den USA fürchtet? Sehen wir genau hin und betrachten wir die Denke der radikalen Zionisten auf diesem Planeten. Zionismus ist in seiner ganzen Radikalität zu Ende gedacht ziemlich identisch mit der Rassenideologie der Nationalsozialisten. Man geht davon aus, dem Rest der Menschheit überlegen zu sein. Das legitimiert jedes Handeln.https://www.youtube.com/watch?v=jngVANwkJAg

        Ich habe gerade auch den von Jebsen erwähnten Film „Defamation“ angeschaut. Ich kann den Film auch sehr empfehlen.

        Also, bitte erkläre es mir nochmal.
        Was konkret wirfst Du Jebsen vor?
        Winfried Wolf bezeichnet die Vorwürfe gegen Jebsen als „diese absurden Debatten mit Links, die auf Links verlinken“ https://www.bei-abriss-aufstand.de/2017/12/21/video-der-rote-tisch-dr-winfried-wolf-zu-s21/#comment-51154
        Ich muss sagen, da geht es mir genauso.

        Meine Erklärung dafür, was hier abgeht, ist so: Da haben vielleicht Leute den Schock nicht verdauen können, als sie gehört haben, dass 9/11 vielleicht nicht von 19 mit Teppichmessern bewaffneten arabischen Flugzeugentführern gemacht wurde. Und weil sie den Schock nicht abkönnen, versuchen sie jetzt Schmutz auf die zu werfen, die über solche und andere Themen reden. Ich fände es besser, wenn man zusammen sich von dem Schock erholt (für mich war es ein heftiger Schock, als ich mich mit 9/11 befasst habe), ihn aufarbeitet, und dann überlegt, wie man diese Welt friedlicher machen kann.

        Falls Du das anders siehst, ist meine Frage wie gesagt, was genau in dem Artikel aus der jungen Welt Dir besonders wichtig ist.

        Ich würde mich freuen, wenn wir uns bald mal wieder sehen. Und eigentlich tut es mir leid, Dich hier so im Internet damit zu konfrontieren. Ich habe ehrlich gesagt nur angefangen, Kommentare zu schreiben, weil ich Deine E-Mail-Adresse nicht hatte.

        PS: Ich finde auch, dass Winfried Wolf Dir gegenüber persönlich geworden ist, und ich finde das nicht gut.
        Das von Wolf verlinkte Interview von Jebsen mit Rolf Verleger habe ich aber angesehen, und kann es weiterempfehlen.

      • Julia

        Ja, der Link funktioniert noch, aber zuvor war das Video auf Ken Jebsens Kanal KenFm veröffentlicht. Jetzt ist es von dort (also vom Kanal KenFm) gelöscht worden.

        Mir war es zwar wichtig, diese persönlichen Unterstellungen von Wolf nicht unkommentiert stehen zu lassen. Danke, dass du mich auf die Veröffentlichung seiner Antwort hingewiesen hast.

        Doch habe ich tatsächlich den Eindruck, dass die Kommentare hier nicht der beste Ort für unsere Unterhaltung sind, Michael. Denn ich bin ganz klar der Meinung, dass bereits hinreichend im Blogbeitrag Belege genannt und verlinkt wurden. Diese Texte könnte ich nun zwar wörtlich (oder in eigenen Worten) hier im Kommentar wiederholen. Aber warum nochmal schreiben, was andernorts bereits treffend dargelegt wurde? Warum liest du dir die Texte, die ich aufgeführt habe, nicht einfach durch?

        Ich vermute allerdings mal stark, dass diese Art der Kommunikation ein persönliches Gespräch nicht ersetzen wird.

        Und dafür wird sich sicher eine Gelegenheit finden.

      • Michael Greiner

        > bereits hinreichend im Blogbeitrag Belege genannt

        Welcher Beleg ist denn aus Deiner Sicht der stärkste?
        Der Beleg mit 26:30 ist nämlich keiner.
        Ich habe die Texte durchgelesen. Ich finde sie wischiwaschi. Und bei dem heißen Thema um das es geht, es steht immerhin der Vorwurf des Antisemitismus im Raum, da finde ich wischiwaschi nicht gut.
        Deshalb auch meine Frage, was genau in dem Artikel aus der jungen Welt Dir besonders wichtig ist.
        So wenig ich es gut finde, dass Winfried Wolf persönlich wird, so sehr habe ich Verständnis, dass er auf den Vorwurf einer Nähe zu Rechts eine scharfe Erwiderung schreibt.

  • Michael Greiner

    Der Ausdruck „dumpfbackig“ in meinem letzten Beitrag tut mir leid. Ich kann eine tiefe Abneigung gegen Kriegsgerät zutiefst nachvollziehen.
    Das was ich sagen will ist vielleicht besser getroffen, wenn ich schreibe, dass ich persönlich mit dem Wort kämpfen will, und nicht einen Kampf mit physischen Waffen will, wozu ich auch Verbrennen-von-Panzern zähle.
    Ich denke, dass jeder Soldat, der sich einmal damit befasst hat, dass hinter dem ganzen Krieg gegen den Terror 9/11 steht, und dass 9/11 völlig ungeklärt ist, sich weigern wird, an einem Panzer den Motor anzulassen.

  • Michael Greiner

    Bei meinem Kommentar vom 19.2.2018 12:42 Uhr ist mir der Link

    irgendwie in den Text gerutscht, der hat dort eigentlich nichts zu suchen.
    Julia, ich frage Dich noch einmal ganz konkret: Was ist Dir ein stichhaltiger Beleg? Die Stelle an 26:30 habe ich abgetippt, damit man sie nachlesen kann.
    Das ist ein bedrückendes Thema, ich sage ein Kriegs- und Friedensthema. Und eben deshalb finde ich es wichtig, dass man konkret, und sachlich, und mit klarer Argumentation vorgeht. Deshalb habe ich das abgetippt.

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