Betrachtet der „parteilose Bürger-OB“ etwa den parteilosen Bürger als Sicherheitsrisiko?

Heute konnte ich aus erster Hand erfahren, wie das Wahlkampfteam des sogenannten „parteilosen Bürger-OBs“ Sebastian Turner mit parteilosen Bürgern umgeht.  Was ich erlebt habe, lässt tief blicken. Was für eine Doppelmoral! Und ich hoffe sehr für unsere Stadt, dass uns diese Brezel erspart bleibt.

Heute Mittag hatte ich vor, Tickets für die große Turnveranstaltung zu besorgen. Da ich ein zuvorkommender Mensch bin, habe ich sogar vorher im Brezel-Büro angerufen, um meinen Besuch anzukündigen und um Tickets zurücklegen zu lassen. Die Frau mit der strengen Stimme am anderen Ende der Leitung wollte dann auch gleich wissen, ob ich CDU-Mitglied sei. Oder FDP- bzw. Freie-Wähler-Mitglied. Ich sagte ihr, dass ich genau wie auch Herr Turner parteilos wäre und dass ich als Bürgerin zu der Veranstaltung wolle, nicht wegen einer Partei. Das muss sie kurzzeitig überzeugt haben (dachte ich zumindest!), denn sie meinte, dass ich ja vorbeikommen könne. Ihr Kollege würde dann entscheiden, ob ich Tickets erhalte.

Also habe ich mich zum Brezel-Büro auf den Weg gemacht. Die offizielle Adresse ist Schloßstr. 47, direkt neben dem Larca-Laden. Es hat dann erstmal 10 Minuten gedauert, bis ich überhaupt den Eingang zum Büro gefunden habe. Für diejenigen, die mal vorbei schauen wollen: Man muss hoch zur Leuschnerstraße und dort, zwischen Hausnummer 12 und 14 (glaube ich), über den Hinterhof laufen. Das Büro ist von außen durch kein einiziges Schild gekennzeichnet. Komisch für ein „Bürgerbüro“ vom „Bürger-OB“.

Die Türe war offen, es gibt keinen Empfangsraum oder so. Also bin ich einfach in das Großraumbüro rein. Mehrere adrette junge Männer und eine ältere Frau (die genauso streng aussah, wie sie am Telefon klang), saßen an mehreren Tischen. Nur zwei der Männer blickten kurz neugierig von ihren Laptops auf. Es machte aber niemand Anstalten, mich zu begrüßen. Deshalb sagte ich in den Raum hinein, ich wolle die Tickets für die Veranstaltung morgen abholen. Die strenge Frau sagte daraufhin, dass das ja noch gar nicht geklärt wäre, ob ich überhaupt Tickets bekomme.

Dann fragte sie mich wieder, ob ich Parteimitglied sei. Ich wiederholte, dass ich genau wie Turner selbst kein Mitglied sei und es schon seltsam finde, dass ich als Parteilose benachteiligt hier benachteiligt werde. Dann sagte die Frau, wenn ich auf der Unterstützerliste im Internet stünde, könnte ich auch Tickets bekommen. Ansonsten wären ja noch 80% vom Marktplatz frei, der Rest sei nur der Sicherheitsbereich, für den man Tickets braucht.

Ich konstatierte daraufhin: Da ich kein Parteimitglied bin und nicht offen im Internet mit meinem Namen für Turner einstehe, bin ich also ein Sichertheitsrisiko und darf nicht in den Sicherheitsbereich. „Nein nein,“ beteuerten sie dann gleich zu zweit im Chor. Es ginge nur um die S21-Gegner, die man da nicht dabei haben wollte. Das würde ich doch verstehen. Klar, kann mir gut denken.  Aber die kommen zum Glück trotzdem. Und geturnt wird natürlich auch!

Mit seinem Ausschlusskriterium, nur CDU-, FDP-, Freie Wähler-Mitglieder und offene Turner-Unterstützer auf den Marktplatz zu lassen diskriminiert Turner aber nicht nur S21-Gegner, sondern die große Mehrheit aller Stuttgarter Bürger. Und so jemand nennt sich dann „parteiloser Bürger-OB“. Demnach sind „Bürger“ entweder Mitglied der CDU, FDP oder bei den Freien Wählern oder aber, sie bekennen sich öffentlich als Turner-Unterstützer.  Wer kann so etwas wollen/wählen?!

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Polyphasisch schlafende Soziologin aus Stuttgart Zeige alle Beiträge von Julia

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