Monatsarchiv: September 2012

Roadtrip zur 4. Biennale des Sozial-Politischen Plakates

AnStifter Sonderpreis für "Imigracja" von S. KubicaLetztes Wochenende haben wir uns auf eine besondere Kurz-Reise begeben: Gemeinsam mit Peter Grohmann von den AnStiftern und Heide von der Friedensstiftung sind wir zur 4. Biennale des Sozial-Politischen Plakates nach Auschwitz gefahren. Freitag um 5 Uhr ging’s los, nach 9 Stunden Fahrt in Peters überraschend geräumigen Golf, waren wir endlich da. Verleihung der Preise, einmal übernachten und wieder zurück.

Sebastian Kubica, ein polnischer Grafiker und Dozent hat mit seinem Plakat „Imigracja“ den Sonderpreis der AnStifter erhalten. Gute Wahl, finde ich!

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Eingekesselt – oder wie ich bei der Demo gegen die NPD verhaftet wurde

Eingekesselt – oder wie ich bei der Demo gegen die NPD verhaftet wurde

Erstveröffentlichung: einund20, September-Ausgabe

 

Es ist Montag, der 30. Juli kurz vor halb 12 Uhr mittags. Ich stand am Rotebühlplatz und versuchte, die Szenerie zu überblicken: Was machen die Gegendemonstranten, von wo kommt der NPD-LKW und wie verhält sich die Polizei? Der LKW der NPD hatte gerade die Kreuzung am Rotebühlplatz erreicht, da drängten auch schon dutzende behelmte Polizisten alle Umstehenden exakt an jene Hauswand, an der ich bereits stand. Ein paar Augenblicke später schloss sich die Polizeikette um uns und der NPD-LKW mit der Aufschrift „unterwegs für deutsche Interessen“, gesäumt von Polizisten in voller Montur, fuhr über die Kreuzung. Doch obwohl diese schon umstellt und abgesperrt war, wurden wir, allesamt willkürlich Gefangene, nicht wieder freigelassen. Weder informierte uns jemand, warum wir hier festgehalten wurden, noch wie lange das dauern würde, geschweige denn, was als Nächstes geschehen sollte. Direkt neben mir fing eine Frau, etwa Mitte dreißig, die sich auf ein Fahrrad stützte, an zu schluchzen: „Seit dem 30.9.2010 macht mir die Polizei einfach nur noch Angst“, sagte sie. Dann wurde sie von zwei Beamten aus dem Polizeikessel geführt. Ich fragte den Polizeiführer, ob ich auch gehen könne. Er kam mir unangenehm nahe, als er antwortete: „Sie nicht. Sie gehören dazu.“ Doch eine ganze Weile später wurde auch ich von zwei Beamten aus dem Kessel geführt. Ich wollte meine Beschwerde zu Protokoll geben. „Das können Sie auf der Wache beim Sachbearbeiter“, hieß es. Meinen Personalausweis musste ich zuerst abgeben, dann auch meine Handtasche; ich wurde durchsucht und von Kopf bis Fuß mit einer Handkamera abgefilmt, die Hände mit Kabelbindern hinter meinem Rücken gefesselt, und ich musste in den Laderaum eines fensterlosen Gefangenentransporters steigen; nur wenig Licht drang durch ein kleines Dachgitter. Auf blanken Bänken saß ich neben fünf anderen, gleichermaßen Gefesselten. Als unsere Fahrt ins Ungewisse begann, konnten wir uns weder anschnallen noch festhalten. weiterlesen


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